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Roter Herbst in Chortitza

Nach einer wahren Geschichte
464 Seiten, gebunden
14 x 21 cm
Erscheinungsdatum: 09.02.2018
Bestell-Nr.: 190988
ISBN: 978-3-7655-0988-9
EAN: 9783765509889
1. Auflage

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Versandfertig

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ODER
1919. Ein Bürgerkrieg fegt mit aller Gewalt über das zerfallene Zarenreich. Gefangen zwischen den Fronten, finden die beiden Freunde Willi und Maxim ein von Soldaten zurückgelassenes Maschinengewehr. Für Maxim ein Geschenk des Himmels, für Willi die größte Herauforderung seines Glaubens, denn als Sohn mennonitischer Siedler hat er gelernt, jede Form von Gewalt abzulehnen. Eine Zerreißprobe für die Freundschaft der beiden Jungs.
Während Willis Familie in der aufkommenden Sowjetdiktatur ums nackte Überleben und um ihren Glauben kämpft, schlägt sich Maxim ausgerechnet auf die Seite des Regimes.
Beide wissen nicht, ob sich ihre Wege je noch einmal kreuzen werden. Zwei Lebenswege inmitten der sowjetischen Diktatur, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Tim Tichatzki blickt in eines der dunkelsten Kapitel europäischer Geschichte, und erzählt zugleich ein Stück eigener Familiengeschichte. Schonungslos, packend und herzergreifend zu lesen.
Roter Herbst in Chortitza

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Kundenmeinungen

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Das wahre Gesicht des Krieges Kundenmeinung von tinstamp Veröffentlicht am 07.04.18
Tim Tachatzki hat hier ein sehr bewegendes Kriegs- und Familiendrama mit biografischemn Hintergrund verfasst. Darin enthalten sind die Lebenserinnerungen seiner Schwiegermutter, die auch im Buch eine Rolle spielt.
Wir schreiben das Jahr 1919. Der Zar ist gestürzt, der Erste Weltkrieg zu Ende. In Russland kommt die politische Situation allerdings nicht zur Ruhe. Nach der Oktoberrevolution tobt der Bürgerkrieg und die Anhänger Stalins sind knapp davor die Macht zu übernehmen.
Tim Tichatzki erzählt die Geschichte von Willi und Maxim, die als Kinder Freunde waren und sich durch die politische Situation auseinander entwickeln. Willi gehört zur deutschstämmigen Mennoistengemeinde in Osterwick in der Ukraine. Maxim und sein Vater Juri wurden als Flüchtlinge von der Gemeinde aufgenommen. Die Mennoisten lehnen Gewalt generell ab und üben auch ihren Glauben trotz Verbot aus. Die Angelegenheiten der Gemeinschaft regelt ein Brüderrat. Die Gemeinschaft und das friedliche Zusammenleben stehen an erster Stelle, was die Menschen in Osterwick allerdings bald in große Schwierigkeiten bringt. Beim Einmarsch der deutschen Truppen hoffen sie auf Hilfe, doch der Traum platzt sehr schnell...
Maxim geht den gegensätzlichen Weg und wird zum Handlanger des Regimes. Als Mann ohne Familie und ohne Skrupel wird er zum Spielball der Mächtigen. Und am Ende treffen sich auch wieder die Wege von Willi und Maxim in Sibirien...

Anhand von Willis Lebensgeschichte wird dem Leser diese schlimme Zeit näher gebracht. Sie steht für Hunderttausende, die in dieser Zeit vertrieben und getötet wurden. Nur in groben Zügen war mir bisher die russische Geschichte kurz nach dem Sturz des Zaren bekannt. Die Grausamkeit, der die Bevölkerung ausgesetzt wird, ist brutal. Die Anhänger Stalins holen sich willkürlich Menschen mitten in der Nacht aus den Häusern, die nie wieder gesehen werden. "Politische" Säuberungen und Massenexekutionen sind Gang und Gäbe. Hier geht der Autor auch näher auf Wassili Blochin ein, den Henker mit der Lederschürze, ein Handlanger Stalins. In einer Nacht exekutierte er eigenhändig 200-300 Kriegsgefangene...und dies wochenlang! Der Autor erzählt schonungslos über die Grausamkeiten dieser Zeit von 1919 bis 1947, die leider nicht seiner Fantasie entspringen, sondern Tatsache sind.

"Meine ganze Hoffnung ist, dass dieses Buch einen Beitrag leisten kann, die Geschehnisse von damals nicht zu vergessen, sondern für nachfolgende Generationen am Leben zu erhalten" - Tim Tichalski

Besonders nahe gegangen ist mir die Situation der deutschstämmigen Russen, als sie als Flüchtlinge in Thüringen ein neues Leben beginnen wollen und durch die Willkür der Allierten wieder den Russen übergeben werden. Durch die Teilung Deutschlands fällt Thüringen in die russische Zone. Die nun als Deutsche gebrandmarkten Russen kommen nach Sibirien ins Arbeitslager, das die meisten von ihnen nicht überleben. Was für eine absolute Fehlentscheidung der Kriegsgewinner, die damit Hunderttausende in den Tod schickten!

Dieser Roman geht unter die Haut und zeigt doch nur das wahre Gesicht des Krieges.

Schreibstil:
Tim Tichatzkis Schreibstil ist geradlinig und ohne Schnörkel und weckt doch so viele Emotionen beim Lesen. Über den meisten Kapiteln stehen Ort und Datum oder ein Name bzw. das Thema des nächstesn Abschnittes. Neben der hervorragenden Recherche, die der Autor über diese Zeit gemacht hat, verknüpft er die Familiengeschichte seiner Schwiegermutter mit ein. So bekommt der (Kriegs-)Roman mehr Gesicht und hat nicht nur anonyme Täter und Opfer vor Augen.
Am Anfang befindet sich eine Karte der Ukraine, am Ende ein Foto der Familie Bergen.

Fazit:
Ein erschütternder Bericht über eine grausame Zeit, die durch die Familiengeschichte der Familie Bergen ein Gesicht bekommt. Grandios recherchiert und eine Mahnung an die Menschen, diese Geschehnisse nicht zu vergessen. Ein grandioses Debüt! 5 Sterne
Unfassbar guter und tiefgründiger Roman, den man immer weiterlesen muss Kundenmeinung von Uli Veröffentlicht am 26.03.18
Ich lese wirklich kaum ein Buch - das hier konnte ich nicht mehr weglegen!
Unglaublich, dass das Tim Tichatzkis erstes Buch ist!!!
Die Geschichte seiner Schwiegerfamilie verbindet die unmenschliche und schwere, gemeinsame Geschichte von Ukraine, Deutschland und der Sowjetunion, vieles davon war für mich völlig neu.
Bei aller menschlichen Grausamkeit dieser realen Geschichte, bleiben am Ende trotzdem Hoffnung und sogar Dankbarkeit - das geht unter die Haut.
Ich bin mega gespannt auf weitere Bücher von TT...
Packende, dramatische Handlungsstränge, kurzweilige, lebendige Beschreibung von Menschen, Land und politischer Situation dieser Zeit, Spannung und Dramatik pur, ein toller Roman, der auf einer traurigen, wahren Geschichte basiert, die der zwar bekannt häs Kundenmeinung von Georg Lind Veröffentlicht am 16.03.18
„Roter Herbst in Chortitza“ wurde mir und meiner Frau empfohlen. Während sie es erst im Urlaub in drei Monaten lesen will, griff ich, der ich eigentlich kaum noch lese, einfach mal danach, habe es aufgeschlagen, einige Zeilen angelesen und dann einfach nicht mehr aufgehört.
Tichatzki beschreibt in einem von zwei Handlungssträngen das Leid einer deutschstämmigen Familie, in die er selbst rund fünf Jahrzehnte später einheiraten wird. Basierend auf den Schilderungen seiner Schwiegermutter (die als ältestes Kind der Familie auch eine der Hauptakteure ist) zeichnet er die ganze Hässlichkeit nach, die entsteht, wenn Menschen anderen Menschen nach deren Besitz und Leben trachten, und das einfach, weil sie anders sind.
Im zweiten – fiktiven – Handlungsstrang zeichnet der Autor in prägnanten Worten und Bildern ein lebendiges Bild des kommunistischen Russlands der Lenin- und Stalinzeit. Ohne sich auch nur ansatzweise in Details einer trockenen Historie zu verlieren, vermittelt er dem Leser dennoch einen tiefen Eindruck dieser Zeit. Bemerkenswert.
Beide Handlungsstränge wechseln sich in zahlreichen, kurz gehaltenen und kurzweiligen Kapiteln permanent ab, sie kreuzen sich, laufen wieder auseinander, nur um immer wieder zueinander zu finden. So nimmt der Autor den Leser einerseits mitten in die erschütternde Geschichte der Familie hinein und gibt auf der anderen Seite der menschenverachtenden Ideologie, den Machenschaften des damaligen sowjetischen Regimes und seiner Gräuel ein sehr persönliches Gesicht in Form eines zweiten männlichen Hauptdarstellers.
Leicht verständlich und ausdrucksstark, sprachlich treffend, mit wohl dosierten Details schildert Tichatzki stets kurz und prägnant Begebenheiten und Beziehungen, aber auch Örtlichkeiten und Landschaften und schafft so ein ausgewogenes Ganzes. Nichts wird übermäßig betont, geschweige denn ausufernd beschrieben. Alle Schilderungen bestechen durch ihre Prägnanz und Kürze. Es wird nie langweilig, und der Autor gönnt dem Leser keine Verschnaufpause, wenn man das Buch erst einmal aufgeschlagen hat.
Gegen Ende – es lag weniger als ein halber Zentimeter an Seiten noch vor mir – habe ich mich gefragt, wie mag dieses Buch nur enden? Niemand wird bei einem solchen Thema ein hollywood-mäßiges Happy-End erwarten, aber man sehnt sich nach etwas Mut machendem, Schönem, Hoffnung, Perspektive…
Umso schneller habe ich die restlichen Seiten noch gelesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch endet bei allem Leid in einer schönen, Hoffnung machenden Begegnung, doch es endet da noch immer nicht, denn Tichatzki legt noch einen drauf, transportiert die Geschichte 60 Jahre weiter in unsere Gegenwart und erläutert schließlich auch noch auf ansprechende Weise kurz, wie es zu dem Buch überhaupt kam. Beides macht er nicht etwa in einem Nachwort oder Epilog, sondern lässt seine Erzählung ohne Bruch einfach weiter fließen. Damit schließt er das Buch endgültig und vollends rund ab. Sehr gut gemacht!
Ich gebe zu, dass ich beim Lesen der letzten Seiten Tränen in den Augen hatte.
Hier holte mich die Geschichte meiner eigenen Eltern, die selbst als Kinder/Jugendliche den Zweiten Weltkrieg auf eine Weise erlebt und erlitten haben, dass es Auswirkungen auf ihr ganzes weiteres Leben (und so letztlich auch auf meines) hatte, ein. Ein spätes Verständnis für vieles, was sie taten oder eben nicht taten, trat mit dem Schließen des hinteren Buchdeckels von „Roter Herbst in Chortitza“ zu Tage und ein Bewusstsein wurde neu belebt, was im Leben wirklich wichtig ist. Und - wie gut es uns geht.
Tim Tichatzki hat hier ein Buch abgeliefert, von dem man nur schwer glauben möchte, dass es sein Erstlingswerk ist. Hier hat jemand eindrucksvoll den Beweis angetreten, dass er über die Autoren-DNA verfügt und die Lizenz zum „weitere-Bücher-schreiben“ mehr als verdient!
lesenswerte Geschichte über das Schicksal der Rußlanddeutschen Kundenmeinung von Uwe Bartsch Veröffentlicht am 08.03.18
Es zeigt schön das Schicksal der Rußlanddeutschen, die von keiner Seite Akzeptanz erfahren haben. Auch die Zerrissenheit der Mennoniten, die Frage der Gewaltanwendung ist für mich nachvollziehbar. Habe ich doch im Staatsbürgerkundeunterricht und bei der Musterung mich erklären müssen, warum ich den Dienst mit der Waffe verweigere. In der Theorie ist alles klar. Doch wer weiß wie es ist, wenn das eigene Leben auf dem Spiel steht. Zum Glück musste ich das nie erleben. Viele Aspekte in dem Buch waren auch entgegen der uns beigebrachten Schulmeinung. Zwar war der Stalinismus bei uns kein Thema mehr, aber Kritik am großen Bruder ging gar nicht. Es ist schon furchtbar zu lesen, wie eine ganze Volksgruppe als Spielball der Politik genutzt wurde. Und Väterchen Stalin hat das nicht nur mit einer Volksgruppe getan. Vielen Dank für den Lesetipp und das ihr das Buch verlegt habt

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