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Roter Herbst in Chortitza

Nach einer wahren Geschichte
464 Seiten, gebunden
14 x 21 cm
Erscheinungsdatum: 09.02.2018
Bestell-Nr.: 190988
ISBN: 978-3-7655-0988-9
EAN: 9783765509889
1. Auflage

Verfügbarkeit:
Versandfertig

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ODER
1919. Ein Bürgerkrieg fegt mit aller Gewalt über das zerfallene Zarenreich. Gefangen zwischen den Fronten, finden die beiden Freunde Willi und Maxim ein von Soldaten zurückgelassenes Maschinengewehr. Für Maxim ein Geschenk des Himmels, für Willi die größte Herauforderung seines Glaubens, denn als Sohn mennonitischer Siedler hat er gelernt, jede Form von Gewalt abzulehnen. Eine Zerreißprobe für die Freundschaft der beiden Jungs.
Während Willis Familie in der aufkommenden Sowjetdiktatur ums nackte Überleben und um ihren Glauben kämpft, schlägt sich Maxim ausgerechnet auf die Seite des Regimes.
Beide wissen nicht, ob sich ihre Wege je noch einmal kreuzen werden. Zwei Lebenswege inmitten der sowjetischen Diktatur, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Tim Tichatzki blickt in eines der dunkelsten Kapitel europäischer Geschichte, und erzählt zugleich ein Stück eigener Familiengeschichte. Schonungslos, packend und herzergreifend zu lesen.
Roter Herbst in Chortitza

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Kundenmeinungen

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Bewegender Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht Kundenmeinung von vielleser18 Veröffentlicht am 08.02.19
Was für ein bewegender Roman !

Erzählt wird die Geschichte von Willi und seinem Freund Maxim. Willi gehört zu der Mennonitengemeinde von Osterwick, einem kleinen Ort in der Ukraine. Ihre Vorfahren kamen auf Einladung von Katharina der Großen aus Deutschland und besiedelten die Gebiete. Von den Menschen, die 1919, als die Geschichte beginnt, in Osterwick lebten, hat kaum einer Deutschland je gesehen, dennoch werden Sprache und Traditonen von Generation zu Generation weitergegeben. Genauso wie das Rechts der Mennoniten auf Kriegsdienstverweigerung.
1919 herrscht Bürgerkrieg. Der erste Weltkrieg ist zu Ende, der Zar gestürzt. Es herrst Gewalt und Willkür, Kämpfe zwischen den "Roten und den "Weißen" - und mittendrin Willi und sein Freund Maxim. Maxim und sein Vater konnten nach Osterwick flüchten, während seine Mutter und seine zwei Schwestern gefangen genommen wurden. Die kommende Zeit wird eine Zerreißprobe, nicht nur für die Freunde, sondern auch für die Dorfbevölkerung.
Repressalien, Konfizierungen und hohe Abgabequoten, die erfüllt werden sollen. Sollte man sich wehren ? Wie lang kann alles ertragen und erduldet werden?
Hier beginnt die Geschichte von Willi und Maxim und führt uns durch die bitteren Jahre bis 1947. Am Ende des Buches rundet noch ein Ausblick auf 70 Jahre später die Geschichte ab.

Es ist keine reine fiktive Geschichte, es sind die Erinnerungen und Erlebnisse seiner Schwiegermutter, die der Autor Tim Tachatzki zu diesem Roman verarbeitet hat. Damit sie nie in Vergessenheit geraten. Ihre Geschichte ist die von vielen. Es sind die Erinnerungen an Zeiten des Umbruchs, der Willkür, der Diktatur und Krieg, geprägt von Gewalt und Hungersnöten, Zeiten, in denen es ums reine Überleben, aber auch um das Festhalten am Glauben ging. Es geht um die Opfer und ihr Leid, aber auch die Täter werden beschrieben.

Die Sichtweisen verändern sich im Buch, die Grausamkeiten werden so ziemlich deutlich beschrieben. Keine leicht Lektüre, man fühlt und leidet mit. Nicht alles ist leicht zu ertragen. Dennoch ist es wichtig, dass es erzählt wird, damit es nicht in Vergessenheit gerät.

Von mir bekommt "Roter Herbst in Chortitza" volle Leseempfehlung. Wichtiges Thema, fesselnd erzählt - die Geschichte einer Russlanddeutschen Familie, aber auch die einer dunklen Zeit.
Ein Buch das mich zum Nachdenken gebracht hat! Kundenmeinung von Bluub's Bücherwelt Veröffentlicht am 03.02.19
Meinung:
Ein Buch über eines der dunkelsten Zeitalter der Geschichte. Erst beim Lesen wurde mir so richtig klar wie gut wir es in der heutigen Zeit haben. Der Autor Tim Tichatzki erzählt ein Teil seiner tatsächlichen Familiengeschichte, deshalb macht es diesen Roman auch so authentisch. Ich als Leser musste wirklich an einigen Stellen das Buch weglegen, da die Grausamkeit der Menschen so unfassbar war. Gerade gegenüber Frauen & Kinder war die damalige Sowjetunion nicht gerade gnädig. Die Geschichte handelt um eine Familie, die mitten in der damaligen Sowjetunion eine Gemeinschaft unter Menoninnten bildet. Diese sind Menschen die streng an Gott & sein Wort glauben, sprich töten war unter Gottes Augen eine Sünde. So lebte auch die Gemeinschaft nach seinen Regeln. Dies war der große Dorn im Auge des damaligen Herrschers Stalin. Doch nicht nur deren Geschichte wurde erzählt. Schnell wird der Leser merken, dass es mehrere Protagonisten im Buch gibt, die Stück für Stück ihre Erlebnisse in der damaligen Zeit schildern.
Zu Anfang war es doch sehr verwirrend bis ich die ganzen Menschen auseinanderhalten konnte, doch zum Ende hin hat jede Figur ihren verdienten Abschluss bekommen, & das fand ich sehr gut. Auch sind für mich teilweise Begriffe nicht richtig erklärt worden, deshalb habe ich Hilfe von meinem Vater, der selber Russe ist in der Hinsicht bekommen. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch toll erzählt. Ich konnte mich richtig in Figuren hineinversetzten &, dass leider manchmal viel zu sehr. Ab & zu musste deshalb eine Pause von mehreren Tagen eingelegt werden, bevor ich weiter die Geschichte rund um Willi & seine Familie verfolgen konnte. Natürlich gibt es auch schöne Stellen, die nicht nur den Protagonisten Hoffnung schenken, auch dem Leser wird klar, dass nicht alles & jeder schlecht in der damaligen Zeit war. Man merkt das Tim Tichatzki sehr lange & viel für sein Buch recherchiert hat & das rechne ich ihm sehr hoch an, zumal ich gemerkt habe das dieses Kapitel seiner Familiengeschichte ihm doch sehr am Herzen lag. Das Ende war daher für mich überraschend kurz. Ich hätte es schön gefunden das die Geschichte zum Ende hin zwischen Greta & Jakob mehr erzählt worden wäre. Trotzdem ein wirklich gutgeschriebenes Buch mit viel Informationen über die damalige Sowjetunion & teilweise auch Zweiten Weltkrieges. Am Ende des Buches ist ein Bild von Willi & seiner Familie, das einzige was zu dieser Zeit existiert hatte, das bringt den Leser emotional noch näher an die Protagonisten heran. Danke Tim Tichatzki für bildliche Darstellung der Protagonisten!

Cover:
Ein wirklich hochwertiges Buch mit gebundenen Cover. Macht sehr viel her, deshalb ist es auch teurer, wie ein Taschenbuch ist für mich aber allemal okay.

Empfehlung:
Für Liebhaber der historischen Romane ist es genau das richtige Buch. Es wurde mit viel Liebe & Recherche geschrieben, dazu ist es ziemlich wahrheitsgerecht & somit interessanter für Familien, die vielleicht eine ähnliche Vergangenheit hatten. Ich habe das Buch gelesen, da meine Eltern selber Migranten waren die von Russland nach Deutschland gekommen sind & meine Vorfahren tatsächlich waschechte Kolchose waren.
Ich denke das hat mich mit dieser Geschichte besonders verbunden. Dennoch möchte ich hier erwähnen, dass es kein Buch zum Lachen ist, sondern eher zum Nachdenken anregt.
Wenn dein Leben auseinanderbricht Kundenmeinung von Lesetraum.blog Veröffentlicht am 16.12.18
Mein Fazit:
Hier kann ich einfach nur sagen, dass dieses Buch eine absolute Empfehlung ist. Auch wer vielleicht solche Geschichten nicht liest, sollte unbedingt dieses hier lesen. Sie ist so bewegend und traurig und man sieht mal wieder wie schlimm diese Zeit war. Welche Hürden und Ängste diese Menschen damals durchstehen mussten und auch das man schnell das Vertrauen in die Menschheit und den Glauben verliert. Aber auch, dass man nicht aufgeben darf und weiter stark bleiben muss. Einfach nur wow.
Wenn der Mensch seine Menschlichkeit verliert... Kundenmeinung von Miriam Uebach Veröffentlicht am 27.11.18
"Roter Herbst in Chortitza“ ist ein Roman, der einen sprachlos, zutiefst erschüttert und entsetzt zurücklässt, nicht jedoch ohne Zuversicht.
Ich kann mich nicht erinnern, bisher jemals so sehr von einem Buch mitgenommen worden zu sein – mitgenommen in dem Sinne, dass es mich fertig gemacht und verstört hat, aber auch darin, dass es mich wirklich abgeholt und für sich vereinnahmt hat. Dieser Roman, Tim Tichatzkis Debüt, ist etwas absolut Besonderes. Großartig geschrieben, meisterhaft komponiert und schonungslos aufzeigend, was bereits jetzt in Vergessenheit zu geraten scheint.

Tichatzki schildert die Geschichte der mennonitischen Familie Bergen aus Osterwick (heutige Ukraine). Die Erzählung setzt im Jahr 1919 an. Gleich zu Beginn lernen wir die zentralen Figuren – Willi Bergen und Maxim Orlow – kennen, zwei junge Freunde sehr verschiedenen Temperaments. Osterwick ist Willis Heimatort, während Maxim und sein Vater Juri notgedrungen dort gelandet sind. Willis und Maxims Wege führen in den Folgejahren getrennt und jeweils auf eigene Weise durch tiefste Dunkelheit, eine Dunkelheit, die die gesamte Sowjetunion in und zwischen den Kriegsjahren in ewige Nacht zu hüllen scheint. Es lohnt sich, sie auf ihren beschwerlichen Reisen zu begleiten
Die personale Erzählsicht auf Willi und Maxim dominiert den Roman weitgehend, jedoch bezieht der Autor geschickt eine Vielzahl von Akteuren erzählerisch mit ein, deren Leben in irgendeiner Beziehung zu den Protagonisten steht. So werden viele sich ergänzende und auch in Widerspruch zueinander stehende Perspektiven auf den Erzählzeitraum von fast 30 Jahren (1919–1947) geworfen.
Es zeigt sich: Grausamkeit kommt nicht von ungefähr und es gibt Entscheidungen, zu denen kein Mensch gezwungen werden sollte.
Ein kleiner Kritikpunkt, den ich bezüglich der Erzählperspektive anführen möchte, ist das manchmal etwas irritierende Hin- und Herswitchen zwischen Innenperspektiven mehrerer Figuren im gleichen Absatz – was allerdings nicht allzu oft vorkam und dem Lesefluss nicht geschadet hat.

Ich habe lange gebraucht, um das Buch zu lesen und das aus einem ganz einfachen Grund: Es war hart. Nach besonders schlimmen Szenen musste ich das Buch einfach aus der Hand legen, um mich zu sammeln, nachzudenken, das Gelesene zu verdauen. Jetzt könnte man denken „okay, der Roman ist wohl nichts für Sensible“, aber das würde ich nicht sagen. Man muss sich nur die Lesedosen richtig einteilen, sich vorsichtig in der Geschichte vorantasten. Aber die Augen verschließen darf man nicht. Man muss schon hinsehen. Sich konfrontieren zu lassen. Denn wir haben es hier mit einem gewichtigen Stück Geschichte zu tun, das sich nicht ausradieren lässt. So unglaublich mir das nach dem Lesen von „Roter Herbst in Chortitza“ auch erscheint: Wir leben noch immer in der selben Welt, in der derart grausame Dinge geschehen sind. In der Leute, MENSCHEN, diese grausamen Dinge getan haben und haben geschehen lassen.

Tichatzkis Roman hat mich an einige fundamentale Dinge erinnert: Zum einen, dankbar zu sein, für alles, was ich habe. Auch: dass nichts selbstverständlich ist (nicht, dass ich jeden Tag genug zu Essen habe, nicht, dass ich eine Universität besuchen kann und ebenso wenig, dass ich meine Meinung frei äußern und ohne Gefahr zu meinem christlichen Glauben stehen darf). Und daran: wie zerbrechlich Frieden ist. Und dass es die Pflicht von uns allen ist, ihn zu bewahren, wenn wir uns weiterhin als Menschen bezeichnen möchten.

Ich möchte dieses Buch jedem (ab 16 Jahren) empfehlen. Es ist keine trockene Geschichtserzählung, sondern ein extrem lebensnah geschilderter Stoff, der jeden und jede von uns etwas angeht. Es handelt sich dabei also nicht um ein Buch, dass sich nur auf dem christlichen Buchmarkt verorten ließe – der christliche Glaube spielt zwar durchaus eine wichtige Rolle, wird aber nicht in dem Sinne propagiert, dass es einen Nicht-Christen beim Lesen stören könnte.

Ich hoffe, ich kann, indem ich dies hier schreibe und veröffentliche, zu der Verbreitung des Buches einen kleinen Teil betragen und mich bei Tim Tichatzki gebührend bedanken.
Wenn der Mensch seine Menschlichkeit verliert... Kundenmeinung von Miriam Uebach Veröffentlicht am 27.11.18
„Roter Herbst in Chortitza“ ist ein Roman, der einen sprachlos, zutiefst erschüttert und entsetzt zurücklässt, nicht jedoch ohne Zuversicht.
Ich kann mich nicht erinnern, bisher jemals so sehr von einem Buch mitgenommen worden zu sein – mitgenommen in dem Sinne, dass es mich fertig gemacht und verstört hat, aber auch darin, dass es mich wirklich abgeholt und für sich vereinnahmt hat. Dieser Roman, Tim Tichatzkis Debüt, ist etwas absolut Besonderes. Großartig geschrieben, meisterhaft komponiert und schonungslos aufzeigend, was bereits jetzt in Vergessenheit zu geraten scheint.

Tichatzki schildert die Geschichte der mennonitischen Familie Bergen aus Osterwick (heutige Ukraine). Die Erzählung setzt im Jahr 1919 an. Gleich zu Beginn lernen wir die zentralen Figuren – Willi Bergen und Maxim Orlow – kennen, zwei junge Freunde sehr verschiedenen Temperaments. Osterwick ist Willis Heimatort, während Maxim und sein Vater Juri notgedrungen dort gelandet sind. Willis und Maxims Wege führen in den Folgejahren getrennt und jeweils auf eigene Weise durch tiefste Dunkelheit, eine Dunkelheit, die die gesamte Sowjetunion in und zwischen den Kriegsjahren in ewige Nacht zu hüllen scheint. Es lohnt sich, sie auf ihren beschwerlichen Reisen zu begleiten
Die personale Erzählsicht auf Willi und Maxim dominiert den Roman weitgehend, jedoch bezieht der Autor geschickt eine Vielzahl von Akteuren erzählerisch mit ein, deren Leben in irgendeiner Beziehung zu den Protagonisten steht. So werden viele sich ergänzende und auch in Widerspruch zueinander stehende Perspektiven auf den Erzählzeitraum von fast 30 Jahren (1919–1947) geworfen.
Es zeigt sich: Grausamkeit kommt nicht von ungefähr und es gibt Entscheidungen, zu denen kein Mensch gezwungen werden sollte.
Ein kleiner Kritikpunkt, den ich bezüglich der Erzählperspektive anführen möchte, ist das manchmal etwas irritierende Hin- und Herswitchen zwischen Innenperspektiven mehrerer Figuren im gleichen Absatz – was allerdings nicht allzu oft vorkam und dem Lesefluss nicht geschadet hat.

Ich habe lange gebraucht, um das Buch zu lesen und das aus einem ganz einfachen Grund: Es war hart. Nach besonders schlimmen Szenen musste ich das Buch einfach aus der Hand legen, um mich zu sammeln, nachzudenken, das Gelesene zu verdauen. Jetzt könnte man denken „okay, der Roman ist wohl nichts für Sensible“, aber das würde ich nicht sagen. Man muss sich nur die Lesedosen richtig einteilen, sich vorsichtig in der Geschichte vorantasten. Aber die Augen verschließen darf man nicht. Man muss schon hinsehen. Sich konfrontieren zu lassen. Denn wir haben es hier mit einem gewichtigen Stück Geschichte zu tun, das sich nicht ausradieren lässt. So unglaublich mir das nach dem Lesen von „Roter Herbst in Chortitza“ auch erscheint: Wir leben noch immer in der selben Welt, in der derart grausame Dinge geschehen sind. In der Leute, MENSCHEN, diese grausamen Dinge getan haben und haben geschehen lassen.

Tichatzkis Roman hat mich an einige fundamentale Dinge erinnert: Zum einen, dankbar zu sein, für alles, was ich habe. Auch: dass nichts selbstverständlich ist (nicht, dass ich jeden Tag genug zu Essen habe, nicht, dass ich eine Universität besuchen kann und ebenso wenig, dass ich meine Meinung frei äußern und ohne Gefahr zu meinem christlichen Glauben stehen darf). Und daran: wie zerbrechlich Frieden ist. Und dass es die Pflicht von uns allen ist, ihn zu bewahren, wenn wir uns weiterhin als Menschen bezeichnen möchten.

Ich möchte dieses Buch jedem (ab 16 Jahren) empfehlen. Es ist keine trockene Geschichtserzählung, sondern ein extrem lebensnah geschilderter Stoff, der jeden und jede von uns etwas angeht. Es handelt sich dabei also nicht um ein Buch, dass sich nur auf dem christlichen Buchmarkt verorten ließe – der christliche Glaube spielt zwar durchaus eine wichtige Rolle, wird aber nicht in dem Sinne propagiert, dass es einen Nicht-Christen beim Lesen stören könnte.

Ich hoffe, ich kann, indem ich dies hier schreibe und veröffentliche, zu der Verbreitung des Buches einen kleinen Teil betragen und mich bei Tim Tichatzki gebührend bedanken.
Schicksal der Mennoniten in der Sowjetunion Kundenmeinung von Lutz Reuter Veröffentlicht am 24.10.18
Die aus Deutschland, insb. Ostpreußen, in die Sowjetunion ausgewanderten Mennoniten erlitten teils in der Ukraine, teils in Kasachstan, wohin sie von Stalin "umgesiedelt" wurden, ein bitteres Schicksal. Der Roman verbindet Familienbiographisches mit Fiktivem. Eine der roten Fäden des gut geschriebenen Textes ist das Verhältnis der Mennoniten zur Gewalt, die sie aus religiösen Gründen ablehnen, der sie indes in ihrer brutalsten Form ausgesetzt sind - eine Frage, die die Protagonisten immer wieder diskutieren und unterschiedlich beantworten. Ein lesenswerter Band, der mit einem kurzen Kapitel 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg endet.
Es ist nicht nur legitim, sondern auch eine wichtige Tradition der Literatur, andere Autoren zu zitieren. Wenn allerdings auf zwei Seiten (105f.) die unsäglich brutale Rede Molotows zur physischen Vernichtung der sog. Kulaken wortwörtlich zitiert wird, dann muss auch nachprüfbar zitiert werden. Dies unterlässt der Autor - schade.
Sehr packend, bewegend und gut geschrieben! Kundenmeinung von Lea Koepff Veröffentlicht am 07.05.18
„Roter Herbst in Chortitza“ ist sehr packend, bewegend und gut geschrieben! Besonders finde ich daran, dass es, obwohl es auf der wahren und persönlichen Geschichte der mennonitischen Familie beruht, auch immer wieder aus der „Sicht“ einzelner Tschekisten/Geheimdienstler geschrieben ist und man auch Einblick bzw. Mitgefühl für ihr Dilemma zwischen Opfer- und Täterrolle bekommt.
Ohne Schwerpunkt des Buches zu sein, geht es immer wieder um den Glauben und die daraus entstehenden Gewissenskonflikte der mennonitischen Gemeinde (z.B. reagiert man auf Gewalt mit Gegengewalt?). Ihr Glaube hat die Mennoniten geprägt, das wird oft deutlich; aber das Buch ist nicht „evangelistisch“ geschrieben (was aber stimmig ist).
Das Buch ist für Personen geeignet, die sich für die sowjetische Geschichte und Biografien interessieren. Es ist definitiv keine leichte Kost, aber eine sehr bewegende Lektüre, die einen auch dann noch beschäftigt, wenn man sie zur Seite legt. Ich kann es sehr weiterempfehlen!

Die Grausamkeit des Kriegs Kundenmeinung von Marianne Veröffentlicht am 29.04.18
Willi wächst in der Ukraine auf, in dem idyllischen Ort Osterwick. Vor langer Zeit fanden die mennonitischen Bewohner des Orts hier Zuflucht, und ihr tiefer Glaube prägt nun das Zusammenleben.

Der Ukrainer Maxim und sein Vater finden bei der mennonitischen Familie Berger Zuflucht. Ihre Familie wurde von Tschekisten, sowjetische Geheimpolizisten, auseinandergerissen und die anderen Familienmitglieder wurden verschleppt.

Die fast gleichaltrigen Jungen, Willi und Maxim, werden Freunde. Miteinander erleben sie wie die Idylle des Dorfs im Bürgerkrieg immer mehr zerbricht. Gewalt und Hunger sind an der Tagesordnung. Als Maxims Vater die Mutter von Willi verteidigt, kommt er ums Leben. Daraufhin verlässt der noch junge Maxim das Dorf.

Beide Jungen erleben die folgenden, bewegten Jahre der Sowjetunion ganz unterschiedlich. Willi bleibt zunächst im Dorf. Er heiratet und gründet eine Familie. Aber es gibt nur kurze Zeiten des Friedens. Nach dem Bürgerkrieg herrscht der Hunger. Die Bauern werden mit List und Tücke enteignet, die Kirche außer Betrieb gesetzt.

Dann bricht der zweite Weltkrieg herein, und die deutschstämmigen Mennoniten stehen zwischen den Fronten. Zu ihren Überzeugungen gehört Gewaltlosigkeit, aber angesichts ihrer misslichen Lage, fragen sie sich immer wieder ob sie sich zumindest wehren dürfen.

Zuletzt findet Willi mit seiner Familie in Thüringen Zuflucht, aber im Zuge der Repatriierung werden sie nach Sibirien verschleppt, wo sie viele Jahre trotz starker Entbehrungen und verzweifeltem Hunger arbeiten müssen.

Maxim macht im Sowjetregime Karriere. Bewegte ihn anfangs der Wunsch in seiner Position für Gerechtigkeit einzustehen, muss er mehr und mehr von seinen Träumen abrücken, denn ihm wird klar, entweder gehorcht er, oder er verliert sein Leben. Es dauert nicht lange, und er ist nicht mehr als ein Werkzeug des Staats.

Anhand von diesen beiden Lebensläufen erfährt der Leser in dieser spannenden Lektüre viel aus der grausamen Geschichte der Sowjetunion. Willi und seine Familie wachsen dem Leser ans Herz, aber beim Lesen kann man auch nachvollziehen warum Maxim seinen Lebensweg wählt. Die Grausamkeit der Staatspolizei und die schrecklichen Folgen des Hungers werden vor Augen gemalt. Bei Willi und den anderen Mennoniten taucht immer wieder die Frage auf, wo Gott in diesem schrecklichen Geschehen bleibt. Bis zum Schluss hält Willis Familie am Glauben fest, aber in der Geschichte überwiegt die Hoffnungslosigkeit.

Ein spannendes Buch, das auf eine wahre Lebensgeschichte beruht. Schade, dass die Hoffnungslosigkeit überwiegt. Aber es werden auch schreckliche Jahre in der Geschichte der Sowjetunion beschrieben.
Ein Buch, das mit der Wahrheit unter die Haut geht Kundenmeinung von Piccina Veröffentlicht am 20.04.18
Das Buch ist sehr gut geschrieben, ich habe es innerhalb weniger Tage verschlungen. Die Kapitellänge ist wunderbar, nicht zu lang und auch nicht zu kurz. Es gibt immer ein kurzes Schlagwort als Kapitelüberschrift, sowie Ort und Jahreszahl als Unterschrift, sodass der Leser stets weiß, wo und zu welcher Zeit man sich befindet. Am Anfang des Buches befindet sich eine Landkarte, die sehr als Orientierung hilft.
Es gibt zwei große Handlungsstränge, den von Willi und den von Maxim, sodass zwei sehr unterschiedliche Blickwinkel in Betracht genommen werden. So werden Einblicke, Meinungen, Sicht-, Lebens und Denkweisen von den beiden kontrastiven Seiten Bevölkerung und Regime aufgezeigt,
Die Geschehnisse selbst sind sehr gemein, brutal, grausam und auch unverständlich. Oft konnte ich nur den Kopf schütteln, war geschockt, musste schlucken. Das Buch ist nichts für schwache Nerven. Insbesondere, da es sich eben um wahre Geschehnisse handelt, erscheint es doppelt so schlimm, gar unvorstellbar. Mitleid war eines der stärksten Gefühle, das ich beim Lesen empfand. Dennoch, obwohl die Taten der Soldaten unmenschlich waren, werden sie seitens des Autors nicht zu detailliert und zu genau beschrieben, sodass das Buch seine Ästhetik beibehält und nicht in ein anderes Genre abdriftet.

Bevor ich dieses Buch gelesen habe, wusste ich rein gar nichts über diesen Teil der Geschichte Europas. Mithilfe des Buches konnte ich einiges neu dazulernen und bin sehr froh darum, dass ich bei der Leserunde mitmachen durfte. Ich würde das Buch jedem empfehlen, nicht nur, weil es die europäische Geschichte beinhaltet, die nicht vergessen werden sollte, sondern auch, weil es einfach gut geschrieben ist. Es ist kein (langweiliges) Sachbuch, sondern eine sehr lebendige und dennoch wahre Geschichte. Geschichte sollte nicht unter den Teppich gekehrt und vergessen werden und dieses Buch verhilft dazu es nicht zu tun, sondern sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.
Roter Herbst in Chortitza Kundenmeinung von LEXI Veröffentlicht am 17.04.18
Tim Tichatzki erzählt in seinem beeindruckenden Roman die Geschichte des russischen Reiches von 1919 – 1947, jene Zeit, in der durch den Bürgerkrieg und den großen Vaterländischen Krieg das Land von Gewalt und Terror heimgesucht wird und die Bevölkerung unermesslichem Leid ausgesetzt ist. Er berichtet über eine Epoche, in der Menschen wahllos festgenommen, enteignet, gefoltert und getötet wurden und sie nur allzu oft gezwungen waren, furchtbare Entscheidungen zu treffen. Die Beschreibungen der Gewalttaten und des Elends der Menschen im kriegsgebeutelten Land machen dieses Buch zu einer sehr harten, aber überaus notwendigen Lektüre. Die Geschichte der Familie Bergen, Tim Tichatzkis Vorfahren, ist beispielhaft für unzählige Familien, die zutiefst traumatische Erlebnisse, schmerzliche Verluste und den Tod naher Angehöriger verkraften musste. „Roter Herbst in Chortitza“ ist eine Geschichte, die als ein in Romanform verfasster Tatsachenbericht dafür Sorge tragen soll, dass diese Ereignisse niemals in Vergessenheit geraten.

Gleich zu Beginn erzählt der Autor vom kleinen Willi Bergen, der mit seiner Familie in der Ukraine lebt und im Alter von zwölf Jahren beim Spielen mit seinem Freund Maxim Orlow ein Maschinengewehr entdeckt. Dieser Fund sollte der Anlass für ein Zerwürfnis werden, das die beiden Freunde trennt und ihre Lebenswege in völlig konträre Richtungen lenkt. Die russische Bevölkerung leidet an den Folgen des Bürgerkriegs zwischen den Bolschewiken und den Anhängern des Zaren. In seinen Erzählungen richtet Tim Tichatzki sein Augenmerk stets auf seine beiden Protagonisten Willi und Maxim, die mit ihren Eltern und Geschwistern in der frommen Mennoniten Gemeinde in Osterwick aufwachsen. Heinrich und Maria Bergen und die Gemeinschaft der Mennoniten bleiben unter sich, konzentrieren sich auf ihre Arbeit und behielten ihre Sitten, ihre Sprache und ihren Glauben bei. Ihren Kindern vermittelten sie bereits sehr früh christliche Werte, Disziplin und Respekt vor der Gemeinschaft. Als klare Gegner von Gewalt lehnen sie den Kriegsdienst vehement ab. Auf anschauliche Art und Weise schildert der Autor das friedliche Leben der Mennoniten und den Terror, der nach und nach Einzug in Osterwick hält. Die gesamtrussischen Ereignisse vor Augen bleiben als Mittelpunkt dieser gewaltigen Erzählung dennoch stets die Familie Bergen und ihre mennonitische Gemeinschaft. Tim Tichatzki verwebt sowohl historische Hintergründe und politische Entscheidungen, als auch die Auswirkungen dieser „menschenfressenden Maschinerie“ mit der Geschichte seiner Vorfahren. Der Autor verfolgt den Weg des Maxim Orlow vom lausbübischen und charmanten Bengel zum wuterfüllten und grausamen Tschekisten und Handlanger von Stalins Henker Blochnin, bis hin zu seiner Deportation nach Sibirien. Er erzählt vom Überlebenskampf des Willi Bergen in der Mennoniten Gemeinde Osterwick, seiner Familiengründung und den Drangsalen, denen die gläubigen Deutschen ohne Unterlass ausgesetzt waren. Er führt seine Leser durch die leiderfüllten Kriegsjahre, bis die Wege von Willi und Maxim sich in Sibirien letztendlich wieder kreuzen.

Die Charakterzeichnung der handelnden Figuren ist höchst authentisch. Der Autor widmet sowohl seinen Protagonisten, als auch sämtlichen Nebenfiguren, allergrößte Aufmerksamkeit und lässt sie vor den Augen seiner Leser lebendig erscheinen. Ihre Emotionen, Handlungsmotive und Gedanken umfangen den Leser und beziehen ihn tief in die Handlung ein. Durch diese erstklassige Umsetzung gewinnen die dramatischen Ereignisse während des Krieges noch zusätzlich an Schärfe, und an manchen Stellen war das Grauen dermaßen groß, dass ich das Buch kurzfristig zur Seite legen musste. Am Beispiel des Maxim Orlow wird drastisch dokumentiert, wie rasch man in der menschenverachtenden Diktatur des Kommunismus durch eine Fehlentscheidung die falsche Richtung einnimmt und dabei zerrieben wird. Überzogener Personenkult, eine menschenverachtende Politik, Not und Elend der Bevölkerung, der Hungertod und die grausame und brutale Ermordung von Millionen Menschen sprechen eine deutliche Sprache.

Dieser Roman rückt jene grauenhafte Ereignisse der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts wieder stark in den Vordergrund und wird mich vermutlich noch eine ganze Weile beschäftigen und nachwirken. Für Greta Bergen, die dieses Grauen überlebt hat, „waren die Enkel und Urenkel das größte Glück. Sie freute sich, dass diese ohne Angst und ohne Hunger aufwachsen durften und betete täglich darum, dass ihnen die leidvollen Erfahrungen ihrer eigenen Kindheit erspart bleiben mögen.“ Ich möchte diesen Wunsch noch ausweiten und bin der Meinung, dass unsere Generation sowie alle Generationen nach uns danach trachten – und dafür beten – sollten, von solch unbeschreiblich grauenhaften Erfahrungen verschont zu werden.

„Roter Herbst in Chortitza“ ist ein gewaltiges Buch, voller Gräueltaten und einer sehr realistisch dargebrachten Dokumentation, die zeigt, wie schnell Menschlichkeit und Moral verlorengehen und was der Krieg aus Menschen macht. Ich wünsche dem Autor eine weite Verbreitung dieses Meisterwerkes und ein ganz bewusstes Innehalten und Gedenken der unzähligen Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft bei seinen Lesern! Die Bedeutung der häufig vorgebrachten Mahnung vor der Wiederholung der Fehler der Vergangenheit gewann durch diese Lektüre für mich eine völlig neue, intensive Dimension. Danke für dieses überwältigende Buch!

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